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Saubermänner


Sie haben es geschafft, sind bestens situiert,

Sie wohnen anspruchsvoll, sind vorzeigbar liiert,

Familie, Hund und Job sind vollauf arriviert,

In ihrem Umfeld hat fast jeder promoviert.

 

Doch ist nicht alles immer ganz perfekt,

Nicht alles bei Herrn Saubermann ist wie geleckt,

Er hält das jedoch maximal versteckt,

Damit von außen möglichst niemand es entdeckt.

 

Denn ein gewisser blinder Fleck,

Wie jedes noch so gut getarnte Leck,

Steht für im Innern angelegten Seelendreck,

Kein Saubermann bekommt ihn lächelnd weg.

 

Das trübt der Saubermänner stolzen Sinn,

Reißt sie zu Groll und stiller Bosheit hin

Und bremst den gloriosen, eitlen Spin,

Als wenn ein alter, böser Dschinn

 

Macht und Kontrolle übernommen hätte.

Doch ist, was da geschieht, nicht nur Facette

Der Sauberwelt, sondern ein Glied der ganzen Kette,

Und ist Herr Saubermann aufrechte Marionette

 

Der kruden Angepasstheit, die ihn untergründig prägt,

Der Gier auf ordinierte Siege, die er schleimig pflegt,

Sein durch und durch devotes Sein ist fadentreu bewegt

Von falschem Glanz, der ihn im Übermaß erregt.

 

Herr Saubermann kennt keinen eignen Wert,

Kein Standpunkt freier Überlegungen ihn ehrt.

In ihm ist nichts, das sich im freien Raum bewährt,

Nur Folgsamkeit, die jede Seele leert.

 

Drum sind die Saubermänner konsequent zu meiden,

Kein Mensch von Herz wird solche Speichellecker leiden.

Sie sind um ihre scheinbar heile Welt nicht zu beneiden,

Noch für die Posten, die sie subaltern bekleiden.

 

© 2025 Alexander Hans Gusovius


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