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Lust

Begehre nicht der Welten Lohn,

Verzehr dich nicht im Ausschau halten,

Begreif nicht, was du tust, als Fron:

Viel reicher ist‘s, sich zu entfalten.

 

Der Welten Beifall kennt kein Recht,

Erreicht oft nicht, die ihn verdienen,

Verkennt den Meister, rühmt den Knecht,

Preist selbstgefällige Ruinen.

 

Tu dennoch, was du nächstens musst,

Und schiele nicht nach Artigkeiten,

Der Lohn des Schaffens ist die Lust,

Die deine Werke dir bereiten.

 

Und, sei gewiss, harrst lang du aus,

Springt wahre Lust als Funken über,

Führt zu erhabenem Applaus,

Schafft Reichtum dir – und weit darüber:

 

Glanz, Ruhm und Standbild massenhaft.

Nur wirst du das nicht recht erleben.

Denn wer ein großes Werk erschafft,

Hat sich des Beifalls längst begeben.


© 2024 alexander hans gusovius

 

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