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Die Tauben

An einem Herbsttag voller Nebelschleier

Irrt ein Schock Tauben um das Burggemäuer.

Knapp über den Ruinen schwirrt es hin und her:

Die Tauben finden ihren Weg nicht mehr.

 

Daß sie die Burg so hochnervös umfliegen

Muß am Verlust vertrauter Zeichen liegen,

Des Magnetismus, der sie stets geleitet

Und ihnen jetzt die wirrste Pein bereitet.

 

Sind sie Jahrhunderte zu spät, ihr Ziel veraltet?

Ist nichts mehr, wie sie es gekannt, gestaltet?

Denn aus den Angeln scheint die ganze Welt gehoben,

Die Perspektiven sind für jedermann verschoben.

 

Selbst Friedenstauben fliegen kaum mehr auf,

Gestört ist gegen jede Not der Weltenlauf

Samt uns, die wir in tiefe Zweifel eingehüllt

Vergessen, wie einst Glück und Frohsinn uns erfüllt.

 

So irren mit den Tauben ewigmüde wir umher,

Schwankend vor Angst, von kalten Sorgen schwer,

Zu langer Winterwanderschaft heillos verflucht:

Wir haben viel zu lang, zu lang, nach nichts gesucht

(Friedrich Nietzsche zuehren)

 

© 2024 alexander hans gusovius

 

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