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Gedanken 2023, Woche 21

(1) Wenn ihr glaubt, mehr ertrüget ihr nicht, irrt ihr. Wenn ihr denkt, es werde euch nicht noch mehr angetan, irrt ihr. Die Weltverbesserer haben niemals genug, sie kennen kein Mitleid. Doch nicht, indem ihr aufbegehrt, sondern erst, wenn ihr genau wisst, was ihr wollt, ist das Ende des Hinnehmbaren erreicht. Nur so wird die Welt eine andere.


(2) Das Seil, an dem man den geschwächten Korpus der Neuzeit aufknüpft, ist aus Wissenschaftshybris, Befindlichkeitswahn und Geltungsdrang gewirkt. In dringenden Fällen bedient man sich der moralischen Garotte.


(3) Der Duktus listiger Überlegenheit dient dazu, begreiflichen Widerspruch und aufkommende Skrupel systematisch zu ersticken. Alternativlosigkeit ist das Signet.


(4) Inflation, Pandemie und Klimakrise sind ursächlich ineinander verwoben. Eines hängt vom andern ab, keines würde für sich überleben. Alle drei führen, so der Plan, zur Weltherrschaft.


(5) Dialektisch denken ist wie Ostereier brüten wie Schokohasen grillen wie Tauben vergiften im Park.


(6) Wer alles ist relativ sagt, relativiert auch sich selbst – samt allem, was er so sagt. Klassisches Eigentor…


(7) In gewissen Abständen sind blühende Kulturen übersättigt und werden davon träge und angreifbar. Angst vor den grundstürzenden Folgen weiterer Blüte und die Scheu vor neuerlich notwendigen Anstrengungen legen sich wie Mehltau auf Ambitionen und Verstand: ein vegetatives Phänomen ähnlich den Jahreszeiten, dem Tidenhub und der Atmung.


(8) Es ist die Gravitation, die ein verfallendes Haus zum Einsturz bringt. Wer den letzten tragenden Stein aus der Mauer zieht, ist dann unerheblich.


© 2023 alexander hans gusovius


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