top of page

Gedanken 2023, Woche 24

(1) Indem wir nicht aus Vorsicht, sondern aus Furcht dazu neigen, Unangenehmes vor uns herzuschieben, erzeugen wir einen Popanz und wird ein Albtraum geboren: Vorsicht macht stark, Furcht saugt leer.


(2) Jede lineare, in sich geschlossene Welterzählung geht an der profanen Wirklichkeit vorbei, die stark von Chaos, Impulsivität und Widersprüchlichkeit geprägt ist und erst im Übergreifenden schlüssig wird. Globale Verschwörungstheorien, die etwas taugen, müssten darum auch einer solchen höheren Konsistenz Rechnung tragen. Die meisten scheitern daran.


(3) Es gibt Größeres als menschliche Vorstellungen von Größe. Das gilt auch für Abgründe.


(4) Die große Transformation gerät umso mehr zum Verhängnis, je betrübter und bestürzter wir die Macht und die Tiefe ihrer Widerwärtigkeit erkennen. Wie das? Füttern wir das Verhängnis, indem wir es benennen? Gewiss, denn dieser große Quark ernährt sich nicht zuletzt von unserem Schrecken. Doch gewinnt auch ein anderer Zusammenhang an Bedeutung: dass wir der Gnade verlustig gehen, die sich uns inmitten der Betrübnis offenbart. Sie liegt darin begründet, dass sie dabei hilft, unser allgemeines Ungenügen zu ergründen – und zu sehen, wie gerade dieses Ungenügen das Verhängnis begünstigt hat – und zu begreifen, dass wir bis zum verhängnisvollen Beginn nie ganz wir selbst waren – und dass wir Glück und Gnade hier im Auge des Sturms erfahren, indem wir ganz und gar mit uns selbst verschmelzen und auf eine Weise vollständig werden können, die wir zuvor nicht kannten: um dem Verhängnis nun erst gewachsen zu sein, ihm auszuweichen zu können und seine verhängnisvolle Macht zu neutralisieren.


(5) Die grünrote Abfälligkeit gegenüber der Bevölkerung rührt daher, dass diese weder imstande noch willens ist, das lebensferne und instinktfeindliche, selbstbetrügerische und zutiefst elitäre Gedankenkonstrukt des ökologischen Sozialismus zu verinnerlichen. Sodass sie in Angst und Schrecken vor kommendem Unheil versetzt und mit dümmsten Verheißungen geködert werden muss, um sie ins angeblich rettende, von Beginn an lecke Boot zu bekommen. Dass man sich genötigt sieht, diesen Selbstbetrug derart derb und unelegant vorzutragen, schürt die Herablassung und Verachtung erheblich.


(6) Die Gegenwart hat die Menschen nur auf der Oberfläche zu Demokraten gemacht. In der Tiefe gehört ihre Liebe immer noch der royalistischen Ordnung, was sich zum sozialistischen Verdruss aber nicht auf die rotgrünen Barone erstreckt. Sogar die Franzosen haben damit ihre liebe Not.


© 2023 alexander hans gusovius


Wer einen Beitrag dazu leisten möchte, dass solche und andere Texte von mir auf dieser Seite zu lesen sind, kann das mit einer Spende via PayPal ganz unkompliziert tun: hier oben im Menu auf „Start“ klicken, leicht nach unten fahren und den roten Button aktivieren. Handfeste Spenden, wie sie die Pfarrer und Landärzte einst kannten, sind gleichfalls willkommen: in Gestalt von Wurst, Käse, Schinken, geistigen Getränken etc., nach vorheriger PN zwecks postalischer Absprache! Vielen Dank…


43 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Katz und Maus

Wir treiben sinnverloren durch die Welt, In der nichts Wesentliches uns mehr hält. Man sagt, wir wären letztlich Automaten, Befähigt nur zu seelenlosen Taten, Denn Ich und Seele wären Illusionen Und L

Gedanken 2024, KW 16

(1)  Lerne, deinem Gefühl zu trauen, indem du seine Wahrnehmungsfähigkeit übst und vertiefst. Es gibt nichts, was dich zuverlässiger leitet! (2)  Die Figur des immerwährenden Gebets, nach Benedikt XVI

Die Spur

Auf und zurück in die Spur, die uns führt, ewig festliegt? Laut schallt der Ruf nach dem richtigen Weg, dem einen Und einzigen, dem ausschließlichen Lauf des Geschehens. Und so mancher dünkt sich beru

Bình luận


Beitrag: Blog2_Post
bottom of page