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Gedanken 2024, KW 20

 

 (1)  Vieles spricht dafür, daß ein Dritter Weltkrieg bevorsteht und auch gewollt ist als Treiber einer globalen Neuordnung.

 

(2)  Nächstenliebe ist ein Philosophem und darf nicht wörtlich genommen werden, wie so vieles bei Jesus. Es meint, daß Erkenntnis allein über liebende Nähe zu gewinnen ist, und zwar entlang der Kenntnis des eigenen, autonomen Ichs. – Damit kann man einhergehen, besser in jedem Fall als mit dem heuchlerischen Impetus, der daraus geworden ist.

 

(3)  Jeder Mensch verfügt mehr oder weniger ausgeprägt über ein dominantes, fixierendes und ein schweifendes, kontemplatives Auge. Das eine richtet den Blick nach außen und sieht, das andere vermehrt nach innen und schaut. Bei Dürers Selbstbildnissen ist das beeindruckend und ausnahmslos nachzuvollziehen, sein rechtes Auge fixiert, sein linkes schweift in innere Fernen. Bei mir ist das rechte, kontemplative Auge im Laufe der Jahre dominant geworden, das linke hat sich zurückgenommen. Das sehende Auge korrespondiert mit dem Intellekt, das schauende mit der Seele, es ist für künstlerisches Tun von größter Bedeutung. Im besten Fall beziehen sich Sehen und Schauen aufeinander.

 

(4)  Die viel beschworene Zeitenwende gibt es tatsächlich, wenn auch nicht entlang der propagierten Linien. Die Steigerung abgelebter Prinzipien und Strategien ist ein klassischer Abwehrreflex vor dem Kommenden, denn die Welt steckt in keiner Untergangskrise, sondern inmitten einer wahrhaft substantiellen Umwandlung, die das Abgelebte allerdings essentiell bedroht. Der überstrapazierte Willensaspekt des Abgelebten ist ein sicherer Beleg dafür, nicht anders als der ins Sinnlose gesteigerte Wissensaspekt auf Basis von manipulierten Analysen und präformierter Deduktion. Einfach gesagt wird die wahrhafte Zeitenwende die Zäune niederreißen zwischen Wollen und Sollen, zwischen Glauben und Wissen, zwischen Fühlen und Denken. Der Schritt dorthin aber ist derart fundamental, das sich die zugehörige Wahrnehmung erst entsprechend ausformen muß. Solange ist leider die Tür für gestrige und vorgestrige Taten im Gewand der Zukunft, für schweren Missbrauch von Macht und Tatsachen weit geöffnet. 

 

© 2024 alexander hans gusovius


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