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Gedanken der 49. Woche

(1) Der Ökosozialismus birgt keinen Gran Fortschritt, es ist nichts darin als marxistisches Blut-und-Boden-Denken.


(2) Zukunft, die mehr ins Werk setzen will als unterwürfigen Massenwahn samt der Herausbildung neuer räuberischer Eliten, wird Abstand nehmen müssen von der Vergottung der Zahlen: zu leisten nur von ausgeprägten Individuen.


(3) Glück ist Übereinstimmung von innen und außen, ist selbst und nicht-selbst vereint, ist Einssein mit Gesondertem, Verschmelzung und Übertritt: erfahrbar in Augenblicken, verewigend sich in Befruchtung und Frucht.


(4) Der Reichsgedanke ist dem republikanischen Gedanken durchaus gleichwertig, so lange es zu keinem manipulativen Umgang mit Zahlen und Mehrheiten kommt - und ist ihm erst da wirklich unterlegen, wo das Stimmrecht vom selben Wertefindungskanon getragen ist wie das Entscheiderrecht im Reich, wenn also die Mehrheit der Bürger wahrhaft als Potentat denkt und fühlt.


(5) Im Aufkommen und Blühen der Romantik steckt viel Kapitulation des individuell überforderten Zeitgeists vor der Klassik.


(6) Geist und Vernunft stellen eine Sonderform menschlicher Emotion dar, bleiben jedoch Gefühle, hochverdichtet, eng gefasst, weniger zerfließend. Darum vermag man fühlend zu denken und denkend zu fühlen! Geist und Gefühl sind immer eins gewesen.


(7) Die Welt der Gefühle ist viel weitläufiger und komplexer als die Welt der Sprache, wird wie diese aber ohne aktive Kenntnis der Strukturen absolut sicher angewandt. Es gibt demnach ein nicht bewusstes, aber sehr sicheres, detailliertes Wissen um ihre Regeln.


(8) Du entscheidest, die Welt fügt sich: weiterer Hinweis auf die Transzendenz des Faktischen.


(9) Die penetrante Feier der Natur und alles „Natürlichen“ ist auf Angst gebaut, ist Erschrecken vor der eigenen geistigen Leere.

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