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Mutlos

Wer einsam ist, der wird‘s für immer sein.

Den Menschen fern, sich selbst zusehends fremd

Verwischt sich jede Existenz, wird klein,

Wenn man sich mutig nicht dagegen stemmt.

 

Allein und nicht man selbst zu sein, macht irreal,

Es fehlt der Abrieb am Konkreten,

Der beste Wein schmeckt einsam nur noch schal,

Der stumme Monolog ähnelt Gebeten,

 

Die anonym und kalt gen Himmel steigen

Ziellos versandt, wie Morsen ohne Strom,

Blindlings dahergesagt, ein matter Reigen

Von taubem Kauderwelsch, totem Idiom.

 

Einsam zu sein heißt in sich selbst gefangen sein,

Wärter und Delinquent in Personalunion,

Wer angstgebeugt ist, schätzt den trüben Schein

Des Dramoletts selbstloser Obsession,

 

Indem die Zellentür ja immer offen steht,

Man einfach gehen könnte, es jedoch nicht tut.

Einsam ist jeder, der um Gnade fleht.

Zu wahrem Selbstsein braucht es Mut.

 

© 2025 Alexander Hans Gusovius


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